Lotte und Erich verkaufen ihr Haus: Ein Ratgeber für Privatverkäufer in Romanform, Profi Teil 9

Jürgen KragNEWS

Doch zum Makler, oder was?

– Echte Profis finden –

Lotte und Erich haben sich zwischenzeitlich auch noch ihren Traum erfüllt und eine kleine Wohnung in Spanien erworben. Hier haben wir sie im Sommer einmal besucht und das Gespräch kam wieder auf den Hausverkauf.

Lotte: „Also, das war alles schon spannend und aufregend, aber wenn ich vorher gewusst hätte, was alles dazu gehört und was das bedeutet, hätte ich doch lieber einen Profi beauftragt. Ich frage mich allerdings: Wie findet man jemanden, der gut ist?“

Paul: „Das ist nicht ganz so einfach, da es in Deutschland keine Zugangsvoraussetzungen für den Maklerberuf gibt. Trotzdem gibt es klare Kriterien, an denen man echte Profis erkennt. Ein guter Makler ist in der Lage Dir genau zu erklären, wie er Deine Immobilie bewerben wird. Er hat einen Marketingplan, nach dem er vorgeht. Stellt einer Deine Immobilie einfach nur ins Internet – im schlimmsten Fall nur in ein Portal – dann lass die Finger von dem. Wie wir schon mal erklärt hatten, gehört Trommeln zum Handwerk und da sollte sich ein Profi schon mehr einfallen lassen.“

Lisbeth: „Ja, und der Inhalt der Werbung ist auch wichtig. Schaut euch Werbung von ihm an. Strotzt diese vor Rechtschreibfehlern? Macht er sich die Mühe einen Text zu formulieren, oder zählt er nur dröge ein paar Fakten auf? Ihr werdet an den Unterlagen die Sorgfalt und Professionalität des Maklers ablesen können. Wie sind die Fotos gemacht? Benutzt er eine gute Kamera? Achtet er auf Kleinigkeiten oder sind die schon mal erwähnten Socken und offenen Toilettendeckel zu erkennen?“

Paul: „Und wie geht er mit Interessenten um? Zeigt er jedem euer Haus oder hat er schon mal was davon gehört, dass man die Interessenten auch vorsortieren kann?“

Erich: „Was ist denn dieses Open-House? Ich habe das letztens bei einem gelesen?“

Lotte: „Ach, was für ein scheußlicher Gedanke! Da kommt ein Pulk von Leuten und trampelt geschlossen durch Dein Reich. Nein danke!“

Lisbeth: „Nein, nein. So macht das ein Profi nicht! Der wird genau aufnehmen, wen er rein lässt, und diese dann auch immer nur paarweise oder eine Familie. Ich finde das sogar gut! Das ist mal ein Nachmittag und man hat das Gros der Interessenten erledigt. Nicht so bei Einzelbesichtigungen. Wenn da an der offenen Besichtigung zehn Parteien da sind, hast Du nur einmal Dreck, statt zehn Mal.“

Lotte: „Du hast Recht, so habe ich es noch gar nicht betrachtet!“

Paul: „Ein Hinweis auf einen Profi ist auch immer eine Mitgliedschaft in einem Verband. Ein Hobbymakler leistet sich das nicht. Ein guter Makler informiert auch den Verkäufer regelmäßig von sich aus über den Stand der Dinge. Das Thema sollte man unbedingt erfragen. Es ist nämlich nicht schön, wenn man jemandem seine Immobilie anvertraut und dann monatelang nichts mehr hört.“

Lotte: „Was ist mit Referenzen?“

Paul: „Auch das ist ein guter Hinweis! Wenn Verkäufer namentlich bereit sind, etwas über den Makler auszusagen. Noch besser, wenn er auf Nachfrage sich bereit erklärt den Kontakt zu ehemaligen Kunden herzustellen. Besucht auch den Makler in seinem Büro! Hat er eines oder finden die Maklergeschäfte in einer Ecke seines Wohnzimmers statt? Dann sollte man lieber woanders hingehen. Und ein guter Makler arbeitet nur mit Alleinauftrag!“

Erich: „Aber sind denn mehrere Makler nicht besser?“

Lisbeth: „Herrje, nein!!! Hier gilt: Viele Köche verderben den Brei! Wenn ihr mehre Makler beauftragt, ist es ein Glücksspiel wer das Geschäft macht und da hat keiner der Makler Lust sich wirklich anzustrengen beziehungsweise mit seinem Geld in Vorlage zu treten und echtes Marketing zu machen. Außerdem ist der Markt heute durch das Internet so transparent, dass das Kaufinteressenten sehen. Schnell wird dann Verkaufsdruck beim Verkäufer oder ein Haken an der Immobilie unterstellt. Das ist ganz schlecht! Kein echter Profi wird sich darauf einlassen!“

Erich:  „Du hast Recht. Ich habe das letztens Mal beim Stöbern im Internet gesehen. Da war eine Immobilie bei verschiedenen Maklern auch noch zu unterschiedlichen Preisen angeboten! Als Käufer würde ich mir da Einiges zusammenreimen. Das erscheint nicht vertrauenswürdig.“

Paul: „Ja, lieber einen und den richtig! Der Makler verpflichtet sich nämlich mit seinem Alleinauftrag zu intensiven Leistungen für euch. Das heißt, er wird alles Verkaufsfördernde tun, was in seiner Macht steht. Den Verkauf als solchen wird er euch allerdings nicht garantieren können.“

Erich: „Das ist ja wohl klar. Das hängt schlussendlich vom Markt ab, und ob dieser den Preis und die Immobilie akzeptiert.“

Lisbeth: „Man kann auch, sofern der Makler es nicht schon von sich aus anbietet, auf ein Sonderkündigungsrecht bestehen, sofern er die versprochenen Leistungen nicht erbringt. Also, wenn er Flyer, Schild und drei Internetportale verspricht, muss er das auch halten.“

Paul: „Aber, bevor es zum Marketing kommt, wird ein Profi erst einmal genau die Immobilie selbst und den Markt analysieren und eine Marktpreisermittlung erstellen. Dazu gehört auch, abzuchecken, mit welchen Immobilien man konkurriert. So wie wir es euch seinerzeit auch ans Herz gelegt hatten.“

Lisbeth: „Also solche die kommen, einmal durchrennen, dann behaupten Euer Preis wäre schon zu kriegen und der Verkauf reine Formsache – Finger weg!“

Paul: „Und ein guter Makler sollte euch begleiten, von der Einholung der Dokumente, über die Vermarktung bis zur Übergabe und sich nicht nach dem Notartermin vom Acker machen.“

Erich: „Was sind eigentlich diese ‚Gemeinschaftsgeschäfte‘? Ist das gut, wenn das einer macht!“

Paul: „Aber sicher! Das bedeutet, dass der Makler gerne bereit ist seine Provision mit einem Kollegen zu teilen, wenn dieser einen passenden Käufer bringt. Dir als Verkäufer kann das egal sein. Aber es zeugt von Professionalität.“

Lotte: „Und wenn ich jetzt mehrere gut Makler habe, wie finde ich dann den Richtigen?“

Lisbeth: „Dann hör auf Dein Bauchgefühl. Denn hier geht es auch ganz viel um Vertrauen und wenn die nachprüfbaren Rahmenbedingungen stimmen und Du Dich gut aufgehoben fühlst, dann passt das!“

INHALT

02 | Vorwort: Liebe Leser und künftige Immobilienverkäufer!

03 | Immobilien verkaufen – nichts leichter als das! Denkste!

05 | Der Preis ist heiß

08 | Verkaufen will geplant sein!

11 | Trommeln ist die Devise

14 | Hereinspaziert

18 | Ran ans Eingemachte

20 | Jetzt wird’s ernst

21 | Ein neuer Abschnitt beginnt

22 | Checkliste Umzug

23 | Doch zum Makler, oder was?

24 | Wie das Haus die Rente bezahlt

25 | Zum Schluss

Nächste Woche gibt es den 10. Teil. Am einfachsten erfahren Sie es als Fan unserer Facebookseite www.facebook.com/kragimmobilien

Einfach liken und schon verpassen Sie nichts.
P.S.: Gerne senden wir Ihnen den kompletten Ratgeber zu. Fordern Sie ihn einfach an.

(Bildnachweis: © Pixelio |Barbara Eckholdt)